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Vom Wert einer guten Hypothese

"A strategy is a set of hypothesis how a business can be run“. Dieser Satz steht im Mittelpunkt vieler Basisvorlesungen über Strategie an den Business Schools.
Folgt man diesem Satz, dann sind Hypothesen das Kernelement jeglicher Unternehmensführung.
Im folgenden werden ein paar Grundsatzfragen zu Hypothesenbildung behandelt:

 

Wie können Hypothesen formuliert werden?

Hypothesen formulieren umfasst ein Spektrum - von ganz einfachen bis hin zu sehr komplexen, nur mehr mathematisch beschreibbaren oder empirisch erfassbaren. Die Relativitätstheorie gehört zu letzteren, aber auch Erfahrungs- oder Lernkurven zählen dazu und stützen sich auf empirisch erzielte Erkenntnisse.

 

Was zeichnet eine gute Hypothese aus?

Aus der Diskussion mit einem meiner Kollegen, einem Physiker, über „gute“ Hypothesen möchte ich eine sehr naturwissenschaftliche Bewertung einer Hypothese übernehmen. Physiker machen sich es hier wirklich einfach - aber es trifft perfekt den Kern der Sache: „Eine gute Hypothese ist so lange gut, wie es kein Experiment gibt, welches beweist, dass die Hypothese falsch ist." Für den Unternehmensstrategen bedeutet dieser Ansatz, dass er seine Hypothesen möglichst oft testen (Reporting) und ständig nach neuen Tests (Märkten, Kunden, Mitbewerber...) suchen muss, um zu prüfen, ob seine Hypothese bestehen bleibt.

 

Und wie kommt man zu guten Hypothesen?

 

1. Durch Kreativität, Synthese und Analogien: Strategieentwicklung ist ein kreativer Syntheseprozess und weniger ein analytischer Prozess ist (wie die strategische Planung, die allerdings Pläne hervorbringt und keine Strategien). Einstein hat es vorgezeigt, durch seine Gedankenexperimente. Wenn Sie durch Nachdenken, in Brainstormings oder in Fachgesprächen Hypothesen und darauf basierend Strategien entwickeln, dann führen Sie Gedankenexperimente durch, z.B. mögliche Kundenreaktionen, Reaktionen der Mitbewerber etc. Der Nachteil dieser Methode bleibt jedoch, dass Sie die Hypothese selbst testen müssen.


2. Blueprints: In den Unisys Blueprints finden Sie bereits vorgedachte Hypothesen, die schon in anderen Unternehmen realisiert und getestet sind. Der Vorteil dabei: diese sind rascher und preiswerter zu realisieren und die Wahrscheinlichkeit, dass die Hypothese den Test auch in Ihrem Unternehmen besteht, ist höher als bei kompletten Neuentwicklungen.


3. Automatisches Generieren von Hypothesen: Business Intelligence und Knowledge Management Werkzeuge erlauben und unterstützen die automatische Generierung und den Test von Hypothesen. Zum Beispiel können aus Kunden- und Verrechnungsdaten neue Hypothesen generiert werden, zu welchem Segment ein Kunden gehört und für welche Produkte er empfänglich ist oder bestehende Segmentierungen (die ja auch Hypothesen sind) können überprüft und entsprechende Managementmaßnahmen entwickelt werden.

 

Zusammenfassend bleibt die Erkenntnis, dass je besser eine Hypothese generiert ist, je schneller sie realisiert werden kann und je härter die Tests für die Hypothesen ausfallen, umso wertvoller ist sie für die Erreichung langfristiger Erfolgspotenziale für Unternehmen.